Für die drei Krieger Daan, Manuel und Liam

Mit großen Augen sah er den Großvater an. „Ist das alles wahr?“ Der Großvater schlug das Buch vorsichtig zu, lehnte sich zurück und sah kurz aus dem Fenster. Draußen regnete es. Genau wie damals. Seine Gedanken streiften kurz die Vergangenheit. Dann widmete er sich wieder seinem Enkel zu und versicherte ihm, das alles genauso passiert war.
Der kleine Junge legte seinen Kopf an die Schulter des alten Mannes. Beide saßen sie im kleinen Wohnzimmer, neben ihnen knisterte leise das Feuer im Kamin und beide hingen ihren Gedanken nach.
Ab und zu schaute der Alte seinen Enkel an und wäre nur zu gern in die Welt des kleinen Jungen eingetaucht. Denn er spürte, dass seine Worte in ihm nach hallten…

„..die Stadt war von einem Heer mit Pferden und Streitwagen eingeschlossen. Ein Diener rief“ Ach mein Herr, was sollen wir jetzt bloß tun?“ Doch sein Herr beruhigte ihn:“ Du brauchst keine Angst zu haben“ Denn auf unserer Seite steht ein noch viel größeres Heer“ Dann betete der Herr des Dieners zu Gott:
„Bitte Herr, öffne ihm die Augen!“ Da öffnete der Herr ihm die Augen und er konnte sehen, dass der ganze Berg, auf dem die Stadt stand, von Pferden und Streitwagen aus Feuer beschützt wurde….“ (Die Bibel)

Er spielte öfter so etwas Ähnliches mit seinem Freund. Sie bauen dann Festungen auf lassen diese von Armeen mit ihren Pferden bewachen. Sie feuern Pfeile in Richtung der Gegner ab, die meistens keine Chance haben. Am liebsten mag er es, wenn es zum Nahkampf kommt und sich die Krieger in die Augen sehen können. Dann wird das Schwert geschwungen und jeder Hieb als Sieg gefeiert.
Wenn sie so eine Armee hätten wie in der Geschichte, dann würden sie jeden Angriff abwehren. Dann würde ihre Armee jede Schlacht mit einem Sieg feiern. Und sie wären so sicher beschützt, dass jeder vor ihrer Armee zurückschrecken würde und den Angriff wahrscheinlich erst gar nicht wagen würde.

Manchmal, wenn es abends dunkel ist und er allein im Bett liegt dann sieht er diese Armee. Oder auch wenn er in der Schule von seinen Mitschülern geärgert wird oder beim Spielen keiner auf seine Vorschläge und Ideen eingehen will. Auch dann hat er diese Armee aus Feuer schon gesehen oder zumindest gespürt. Dann fühlt er sich stark und es fühlt sich so an, als würde diese Armee gegen die Dunkelheit kämpfen und gegen die Worte der Mitschüler Pfeile abfeuern.
Er blieb in Gedanken stehen. Dann hat er sich das alles also doch nicht eingebildet. Dann ist es also wirklich wahr. So wie sein Großvater es sagt,…

…an diesem Abend beschloss Großvaters Enkel noch drei Sachen. Erstens wollte er seinem Freund von dieser Geschichte erzählen.
Zweitens wollte er, wann immer er auch geärgert wird oder wann immer er abends allein ist und es dunkel wird, an die Geschichte denken und an die Armee aus Feuer die ihn beschützt. Und er beschloss dass er ein Krieger werden wollte, der dem gleichen König diente wie die Armee aus Feuer es tat.

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