„Alte Schachtel“

wirf alte Kartons oder Verpackungen die noch gut in Schuss sind nicht weg, sondern hol deine Stoffe oder Dekokiste hervor und mach was schönes draus 🙂

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Für die drei Krieger Daan, Manuel und Liam

Mit großen Augen sah er den Großvater an. „Ist das alles wahr?“ Der Großvater schlug das Buch vorsichtig zu, lehnte sich zurück und sah kurz aus dem Fenster. Draußen regnete es. Genau wie damals. Seine Gedanken streiften kurz die Vergangenheit. Dann widmete er sich wieder seinem Enkel zu und versicherte ihm, das alles genauso passiert war.
Der kleine Junge legte seinen Kopf an die Schulter des alten Mannes. Beide saßen sie im kleinen Wohnzimmer, neben ihnen knisterte leise das Feuer im Kamin und beide hingen ihren Gedanken nach.
Ab und zu schaute der Alte seinen Enkel an und wäre nur zu gern in die Welt des kleinen Jungen eingetaucht. Denn er spürte, dass seine Worte in ihm nach hallten…

„..die Stadt war von einem Heer mit Pferden und Streitwagen eingeschlossen. Ein Diener rief“ Ach mein Herr, was sollen wir jetzt bloß tun?“ Doch sein Herr beruhigte ihn:“ Du brauchst keine Angst zu haben“ Denn auf unserer Seite steht ein noch viel größeres Heer“ Dann betete der Herr des Dieners zu Gott:
„Bitte Herr, öffne ihm die Augen!“ Da öffnete der Herr ihm die Augen und er konnte sehen, dass der ganze Berg, auf dem die Stadt stand, von Pferden und Streitwagen aus Feuer beschützt wurde….“ (Die Bibel)

Er spielte öfter so etwas Ähnliches mit seinem Freund. Sie bauen dann Festungen auf lassen diese von Armeen mit ihren Pferden bewachen. Sie feuern Pfeile in Richtung der Gegner ab, die meistens keine Chance haben. Am liebsten mag er es, wenn es zum Nahkampf kommt und sich die Krieger in die Augen sehen können. Dann wird das Schwert geschwungen und jeder Hieb als Sieg gefeiert.
Wenn sie so eine Armee hätten wie in der Geschichte, dann würden sie jeden Angriff abwehren. Dann würde ihre Armee jede Schlacht mit einem Sieg feiern. Und sie wären so sicher beschützt, dass jeder vor ihrer Armee zurückschrecken würde und den Angriff wahrscheinlich erst gar nicht wagen würde.

Manchmal, wenn es abends dunkel ist und er allein im Bett liegt dann sieht er diese Armee. Oder auch wenn er in der Schule von seinen Mitschülern geärgert wird oder beim Spielen keiner auf seine Vorschläge und Ideen eingehen will. Auch dann hat er diese Armee aus Feuer schon gesehen oder zumindest gespürt. Dann fühlt er sich stark und es fühlt sich so an, als würde diese Armee gegen die Dunkelheit kämpfen und gegen die Worte der Mitschüler Pfeile abfeuern.
Er blieb in Gedanken stehen. Dann hat er sich das alles also doch nicht eingebildet. Dann ist es also wirklich wahr. So wie sein Großvater es sagt,…

…an diesem Abend beschloss Großvaters Enkel noch drei Sachen. Erstens wollte er seinem Freund von dieser Geschichte erzählen.
Zweitens wollte er, wann immer er auch geärgert wird oder wann immer er abends allein ist und es dunkel wird, an die Geschichte denken und an die Armee aus Feuer die ihn beschützt. Und er beschloss dass er ein Krieger werden wollte, der dem gleichen König diente wie die Armee aus Feuer es tat.

P.S. Du musst fliegen (I)

Sie warf sich ihren Rucksack über die Schulter. Nie mehr- schwor sie sich. Nie wieder. Mit festem Blick wandte sie sich ab und ging. Wohin wusste sie noch nicht, wann sie wieder kommen würde auch nicht. Ihre schwarzen Haare fielen ihr ins Gesicht und blieben an den nassen Wangen kleben.
Müde streiften ihre Hände durchs Gesicht und sorgten in dem Durcheinander für Ordnung.
Nach einigen Überlegungen bog sie halb rechts ab, zog sich ein Taschentuch aus der Hose und wischte sich den restlichen Kajal und die Wimperntusche aus dem Gesicht.

Nach wenigen hundert Metern war sie da. Am Ziel ihrer zahllosen Ausflüge, am Ort ihrer Träume.
Sie setzte sich, ließ die Beine in der Luft baumeln und genoss die Aussicht. Das Wasser glitzerte in der Dämmerung und die Lichter fingen langsam an sich darin zu spiegeln.
Hierher kam sie, um allein zu sein, um nachzudenken und zu weinen. Ja oder halt zum träumen.
Keiner hat ihr gesagt dass das Leben so ungerecht sein kann…
Keiner hat ihr gesagt wie es im Leben wirklich läuft…
Keiner hat ihr gesagt dass man an sich glauben muss…
Ihr war kotzübel. Sie warf den Kopf in den Nacken und ging die Szene noch einmal durch. Immer und immer wieder- an ihr änderte sich nichts. Wie oft schon hatte sie es miterlebt und miterleben müssen? Ihre Hände ballten sich zur Faust, ohnmächtig auch nur irgendetwas ausrichten zu können. Wut stieg in ihr hoch und verschaffte sich durch ein lautes „Ahhhhh…“ gehör. Sie atmete durch. Besser ging es ihr dadurch nur für einen Moment. Ihr Blick fiel auf die Wiese vor ihr, auf den Steg und auf die Menschen, die sich vor ihr tummelten- fast so klein wie Ameisen.

Sie stand auf, öffnete ihren Rucksack holte ihren blauen Ipod heraus und setzte sich die Kopfhörer auf die ihr Bruder ihr zu Weihnachten geschenkt hatte. Und jetzt tat sie das, was sie in solchen Momenten immer tat und liebte. Sie fing an zu leben und damit wieder wirklich an zu atmen. Die Musik und der Tanz machten sie frei, ließen sie glücklich und zufrieden sein.
Über den Dächern von Berlin schwebte sie dahin. Ihre schwarze Hose, ihr buntes Tanktop und die zum Dutt geformten Haare standen ihr.
Sie ließ sich in die Musik fallen und sich von der Abenddämmerung einhüllen….

An diesem Ort konnte sie sein wer sie war, konnte sie leben was sie ist, konnte sie fliegen.
Sie sah auf die Dächer Berlins und sie spürte tief in ihrem Herzen, das es da noch mehr Menschen gab die fliegen wollten.
Beflügelt kletterte sie die Leiter der Dachterrasse hinab, streifte durch die Straßen und sah sich die Menschen an. Einigen flüsterte sie im Vorbeigehen zu „ Du musst fliegen“- in der Hoffnung dass es irgendwas in ihnen hört.

Der Schlüssel zum Erfolg (I)

Ich möchte dir gern einen Mann vorstellen den ich kennengelernt habe bzw. das was ich vom ihm kennengelernt habe.

Er war das Lieblingskind seines Vaters, er war verwöhnt und entweder eingebildet oder ziemlich selbstbewusst. In seinen Träumen die er in seinen Jugendtagen hatte, hatte er eine ziemlich abgefahrene, hohe Position zwischen all seinen Geschwistern und seinen Eltern.
Nun gut. Wie dem auch sei. Mit einem Bruder der nervt kann man leben. Naja aber nicht für immer.
Er war 17 Jahre alt als er von seinen Brüdern verkauft wurde und in einem weitentfernten Land wieder „aufwachte“ (man nennt das übrigens auch Menschenhandel)
Das heißt er war weit weg von allem Luxus, aller menschlichen oder sagen wir mal freundschaftlicher Liebe und Nähe- unfreiwillig.

Was er war: einsam. Was er hatte: nichts.
Außer der Freundschaft zu seinem lebendigen Gott.
Und das war alles was er brauchte. Denn alles was er tat, brachte Erfolg. (1. Mose 39,2)

Die Geschichte vom Leben und Loslassen

Es war einmal ein kleines Huhn und wie Hühner so sind fressen sie gerne Körner, dieses Huhn auch. Es unterschied sich kaum von den Anderen. Es war auch braun, hatte einen spitzen Schnabel und kleine runde Kugelaugen. Es liebte es, wenn morgens die Sonne aufging und der große Hahn anfing den Tag mit einem kräftigen „kikerikii“ einzuläuten. Unser kleines Huhn war das Erste was aufstand und das letzte was zu Bett ging. Es war das Erste beim Futter und das Erste beim Eier legen. Nichts wollte es verpassen, aufgeregt gackerte es mit, wenn kleine Kinder am Zaun stehen blieben um die ganze Schar mit Löwenzahn zu füttern und es gönnte sich wie alle anderen um die Mittagszeit ein Päuschen um in der Sonne zu dösen.

Diese Zeiten liebte unser kleines Huhn besonders, denn da konnte es von einem Leben träumen was jenseits des Zaunes lag. Es hatte schon oft davon gehört. Immer wenn die Kinder kommen, sperrt es seine kleine Ohren weit auf um jedes Wort zu verstehen – das ist manchmal ganz schön schwer, denn Kinder brabbeln und sabbeln und glucksen so vor sich hin. Aber es reicht um dem kleinen Huhn Lust darauf zu machen neugierig die Welt- jenseits der Futterstelle und dem kleinen Tümpel zu erkunden.
In jeder Mittagspause träumte es vor sich hin und hoffe dass es eines Tages soweit wäre…

…und es hatte auch das Gefühl, dass es nicht mehr lange dauern würde.
Die anderen Hühner wussten was dieses kleine Huhn beschäftigte, einige von ihnen wünschten sich mit zu ziehen, andere waren genügsam und liebten ihre Körner, den Löwenzahn der Kinder und das Baden im schlammigen Tümpel. Wieder andere wussten nicht so recht was sie davon halten sollten. Noch nie hatte ein Huhn so etwas gedacht und erst Recht hatte ein Huhn noch nie so etwas gewagt.
Hühner sind da um Eier zu legen, den ganzen Tag herum zu gackern und irgendwann- wenn es denn so sein sollte, gegessen zu werden.
Das wussten sie- und besonders den letzten Teil verdrängte jedes Huhn gern.  Und auch das war normal für Hühner.
Unser Huhn liebte den Löwenzahn, es liebte den Besuch der Kinder und ihre Geschichten zu hören, es liebte es, wenn´s regnete, dann lief es meist wie wild im ganzen Gehege herum und versuchte Regentropfen zu fangen. Es liebte die Abenddämmerung, denn dann kam meistens ihr Besitzer ein guter und warmherziger alter Mann, dessen Liebe und Fürsorge die Hühner zu schätzen wussten.
Jeden Morgen krähte der große Hahn und manchmal stand unser Huhn mit ihm auf und versuchte es ihm nach zu machen. Doch noch nie kam so ein richtiges „Kikerikiii“ aus seinem Halse. Aber das machte ihm nichts aus denn die zwei hatten viel Spaß zusammen.
Und dann war da noch etwas. Da gab es jemanden in dem Leben des kleinen Huhns, den es besonders gern ansah und wenn es ihn sah wusste es- er wird auch einmal wie der große schöne Hahn werden und dann werden sie gemeinsam mit einem lauten „Kikerikii“ den Tag ein läuten.
Das Huhn wusste, dass alles – selbst im Hühnerleben eine bestimmte Zeit hat. Und das man manchmal einfach nur viel Geduld braucht.
Also unser Huhn liebte seine Heimat. Und es liebte es da zu sein wo es war und es liebte besonders die Hoffnung, eines Tages mit seinem „neuen Freund“ das „Kikerikii“ zu verkünden aber es liebte auch die Freiheit und seinen Traum.

Unser Huhn hatte alles. Es war glücklich. Nicht immer aber oft. Und dann kam der Tag an dem es anfing sich auf seine Reise vorzubereiten, es übte aufrecht Gehen, es übte draußen zu schlafen und nicht in der warmen Hütte, unser Huhn sprang vom Dach und lernte fliegen- naja zumindest ein bisschen. Es lernte mit wenig auszukommen und auch mal allein zu sein. Es fing an mutige Sachen zu machen zum Beispiel sich ganz nah an die Kinder heran zu wagen oder dem gemütlichen alten Mann auf die Hand zu hüpfen, wenn er Futter brachte und noch vieles mehr. Es übte sich im geduldig sein und drängelte sich beim Eier legen nicht mehr vor. Es lernte zu teilen und es lernte vor allem zu vertrauen, dass es wirklich für alles einen richtigen Moment gibt.

Dann war er da- der richtige Moment. Die große Reise stand bevor. Alle waren aufgeregt und traurig. Ja auch Hühner können traurig sein. Die Nacht zuvor konnten einige gar nicht schlafen und auch unser Huhn lag wach auf dem weichen Stroh. Es musste über alles nachdenken was es hatte und bald nicht mehr haben würde. Das war das Schwierigste. Auf den Regen konnte es verzichten (unser Huhn wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht dass es woanders auch regnet) und den Tümpel konnte es auch getrost zurücklassen (unser Huhn wusste auch nicht, dass es woanders Tümpel geben wird). Bei der Gemeinschaft und dem Stall wurde es schon etwas schwieriger, hier musste unser Huhn auch weinen, denn wie sehr liebte sein Herz die Gemeinschaft und besonders die „Oberglucken“, es war immer so herrlich warm und gemütlich bei ihnen. Die Gedanken wanderten weiter und endeten schließlich bei „Ihm“. Auch ihn musste sie zurücklassen und mit ihm den Traum, gemeinsam das „Kikerikii“ in die Welt zu krähen. Auch hier weinte unser Huhn.

Die Morgendämmerung war schon in Sicht. So richtig geschlafen hatte niemand. Aber keiner fand es sonderlich schlimm. Der Hahn krähte- heute besonders schön, alle machten sich auf zum Tor um zum Abschied ihre besten Wünsche mit auf den Weg zu geben.
Und unser Huhn spazierte so wie es geübt hatte aufrecht durch das Tor hinaus. In die Freiheit. Dass das so leicht gehen würde hätte keiner für möglich gehalten.

Was das Huhn nicht wusste war, dass es all das was es aufgegeben hatte, wiederfinde würde, nur in anderen Formen und Farben und an anderen Orten und Plätzen.

Do it yourself

Hier ein paar Ideen zum selber machen oder zum inspirieren…

  • Holzbrett mit weißer Farbe anstreichen, Paketband in buchstabenform mit Heißkleber aufkleben
  • alte Gläser (Öl, Likör,..)mit Bändchen, Stoffen oder Waschitape verzieren
  • einfache Strickmütze mit Spitze, Knöpfen, Schleifen, Pailletten,… verschönern

Lovestory

Er entschloss sich es schön zu machen, damit sie sich wohlfühlen und alles haben. Es sollte werden wie in einem Wohnzimmer- es sollte ihr zu Hause werden. Also dachte er sich in Perfektion alles aus woran sie sich freuen konnten. Es waren Düfte dabei, Geräusche, Blumen, Farben, Ameisen, Winde, Lichter, Tau, Gefühle, Höhlen, Materialien aller Art die für alles Mögliche verwendet werden konnten und zu guter letzt machte er SIE. Die Menschen. Denen er all das schenkte, was er zu vor in unglaublicher Liebe zum Detail vorbereitet hatte.
Es war genau so, wie er es sich vorgestellt hatte. Er freute sich wie ein kleiner Junge, der mit seinen Bauklötzen sein absolutes Lieblingsmeisterwerk gebaut hatte. Er bestaunte es von allen Seiten und sagte sich- besser hätte ich es nicht machen können.Doch dann wurden die Menschen auf andere Gedanken gebracht. Sie  konnten sich nicht mehr über die Schönheit ihres Lebens  freuen und dem Meister dafür tagtäglich mit Lobgesängen ihren Dank ausdrücken.

Sie fingen an, den Meister zu hinterfragen, und machten sich heimlich davon um ihren eigenen Plänen nachzulaufen. Sie konnten nicht mehr glauben, dass der Meister und seine Schönheit reicht um glücklich zu leben.
Der Meister sah zu wie das was er in liebevoller Arbeit geformt hatte, anfing sich rücksichtslos selbst zu zerstören.

Also entschloss er sich dazu sein „Bauwerk“ wieder kaputt zu machen.

An dieser Stelle bleibe ich meistens stehen und frage mich, was hat er wohl dabei gefühlt?!

Erstens haben sich seine Menschen von all dem verabschiedet was er für sie vorbereitet hatte damit sie machen können was sie wollen (hm, ganz schön undankbar…).
Zweitens, musste er dass, was er so liebt und wo er sein ganzes Herzblut hinein gegeben hat, wieder vernichten, weil das der einzige Weg war um wenigstens einen kleinen Teil zu retten (1. Mose 6)

Und das ist so ungefähr der Anfang einer spannenden Liebesgeschichte zwischen Gott und Mensch. Und wir sind die Hauptfiguren dieser unfassbaren Geschichte.